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Von Bergsteigern kennt man ja so Sätze wie: "Es war ein höllischer Kampf mit der Eiger Nordwand ..." - Ich hab dann heute mit der Hörder Nordflanke des Phoenixsees gekämpft - bei Regen, 6° C und Gegenwind. Viel schlimmer kann es an der Eiger Nordwand auch nicht gewesen sein, denke ich. *hüstel*

Komischerweise schaffe ich im Moment keine 2 Runden am Stück laufend. Heute zwar schon fast wieder, aber doch mit ca 50% Gehpausen in der zweiten Runde. Wundert mich ein wenig, denn vor 7 Wochen hatte ich die 2 Runden am Stück ja schon mal geschafft. Vielleicht liegt's ja daran, dass ich in der letzten Woche auch mit ein wenig Krafttraining - vor allem für Rücken und Beine - begonnen hatte. Evtl. ist das alles im Moment ein bißchen viel für meinen Körper. Geduld ist wohl angesagt.

Ärgert mich aber schon ein wenig. Insgeheim hatte ich gehofft, gegen Ende März bereits die dritte Runde anzugreifen - aber im Moment scheint es mir so, als wenn ich froh sein könnte, Ende März 2 Runden am Stück sicher zu schaffen. Wäre aber vom Gesamtzeitplan her durchaus okay. Ich schätze, ich bin heute morgen die erste Runde auch ein wenig zu enthusiastisch angegangen. Auf den ersten 300-400 m eine 5er Pace zu laufen war wohl nicht wirklich klug.

Aber egal: 2 Runden geschafft, die durchschnittliche Pace von 7:47 ist allemal akzeptabel. Und spätestens nächste Woche sind die 2 Runden komplett laufend fällig! Details des heutigen Laufes gibt es hier: 2 Runden Phoenixsee bei Regen und 6° C.

RaucherDocu

Ich nutze seit Samstag übrigens wieder die iPhone App "RaucherDocu". Hat sofort dazu geführt, dass sich der Konsum in den letzten Tagen deutlich reduziert hat: Samstag: 5, Sonntag: 7, heute bisher: 0. Mein aktuelles Ziel sind max. 5 Ziggis pro Tag. Eine Hilfe dabei: kein Rauchen mehr im Home-Office, sondern dafür gehe ich konsequent raus in den Garten. Das wiederum führt auch dazu, dass ich so manche Zigarette nicht wirklich zu Ende rauche (weil's draußen ungemütlich ist).

Gewicht liegt aktuell bei 90 kg. Auch daran muss sich was ändern, wenn die 21 km Marke fallen soll. Jedes Kilo weniger macht die Sache leichter. Im Moment will ich erst mal Regelmäßigkeit in das sportliche Training bekommen. Aber ab April/Mai möchte ich mich dann auch ein wenig mit meiner Ernährung auseinandersetzen. Kleinigkeiten versuche ich jetzt schon - wie z. B. nur noch 1 Stück Zucker in den Kaffee zu packen statt 2. Und ich versuche, beim Essen die Portionen ein wenig zu verkleinern.

Im letzten Jahr bin ich hauptsächlich im Schwerter Wald gelaufen. Gerade im Sommer ist es im Wald natürlich angenehmer und der meist weiche Waldboden federt auch die Schritte gut ab. Allerdings gibt es hier im Schwerter Wald relativ große Höhenunterschiede, was sich für mich doppelt negativ auswirkte. Zum einen gehen lang gezogene Steigungen natürlich erheblich auf die Pumpe und so war die Distanz, die ich schaffte, relativ kurz.

Wichtiger aber: wo es rauf geht, geht es irgendwo auch wieder runter. Und eben dieses Runterlaufen bekam meinem Rücken und meinem linken Knie gar nicht gut. Also versuchte ich irgendwann dann mal den Phoenixsee, der sich als Trainingsstrecke für den Halbmarathon gut anbietet, weil:

  • keine Steigungen
  • wahlweise kann auf Asche oder Asphalt gelaufen werden
  • klar messbare Distanz mit verschiedene Variationsmöglichkeiten
  • zu bestimmten Zeiten zahlreiche andere Läufer (Ansporn + Motivation!)

Ein kleiner Nachteil: ich muss 7-8 min. mit dem Auto dorthin fahren. Aber wenn es jetzt langsam wieder milder wird, werde ich das mit dem Fahrrad machen (das schiebe ich noch ein wenig vor mir her, weil der Rückweg von einer seeeeeeeehr langen Steigung geprägt ist ... ) und diese Fahrten dann in meinen Trainingsplan einbauen.

Eine Runde Phoenixsee sind ziemlich genau 3,23 km. Für die Halbmarathon-Distanz muss ich also genau 6 1/2 Runden schaffen. Das Längste, was ich dort bisher geschafft habe, waren 2 Runden am Stück. Dafür hatte ich rund 46 min. gebraucht, also ca. 23 min. pro Runde. Für das Halbmarathon-Zeitlimit darf ich pro Runde maximal 25 min. brauchen. Das passt also schon mal 😉 . Jetzt "nur noch" die Distanz verdreifachen.

Der Phoenixsee ist übrigens ein durchaus interessantes Areal. Einst stand auf dem Gelände ein traditionsreiches Stahlwerk (Hermanshütte), welches nach seiner Stilllegung im April 2001 von vielen emsigen Chinesen in seine Einzelteile zerlegt und nach China transportiert wurde. Zurück blieb eine hässliche Industriebrache - eine der vielen klaffenden Wunden im Ruhrgebiet, die schmerzhaft veranschaulichten, dass die Zeiten von Kohle und Stahl vorbei sind.

Ich weiß nicht mehr genau, wann die Idee für den Phoenixsee zum ersten Mal aufkam - ich weiß aber, dass sie zunächst von vielen Menschen in Dortmund nur belächelt wurde. Der Standort - Dortmund-Hörde - ist (war?) ein traditionelles Arbeiterviertel mit einer Menge heruntergekommener Altbauten - vor allem rund um das ehemalige Stahlwerk. Es war kaum vorstellbar, dass dort ein Naherholungsgebiet mit edelstem Bauland entstehen sollte.

Aber: es fanden sich tatsächlich Investoren und auch Fördermittel wurden aufgetan - und im September 2006 begannen die Aushubarbeiten. Über

einige Jahre hinweg wurden insgesamt 2.500.000 m³ - z. T. wohl auch belasteter - Boden ausgehoben und abtransportiert. Und am 01. Oktober 2011 begann man dann tatsächlich mit der Flutung.

Inzwischen ist der See vollständig gefüllt und auch die Grünflächen ringsum sind weitgehend fertiggestellt. Seit einigen Wochen hat nun die Bebauungvon Teilen des Ufers und der sog. "Seeterassen" begonnen. Seit 2009 wurden diese Grundstücke bereits für stolze Preise verkauft. So wird nun der Platz, wo einst Stahlarbeiter im Schweiße ihres Angesichts tagtäglich ihren Lebensunterhalt verdienten, in Kürze zu einer der edelsten Wohn- und Büroflächen in Dortmund und Umgebung.

Ich habe vor, für den gesamten März 2 x pro Woche den Phoenixsee zunächst 2 x zu umrunden und Ende März vielleicht dann eine dritte Runde in Angriff zu nehmen. Gestern morgen habe ich nur 1 Runde laufend geschafft - die zweite dann stramm gegangen. Davor lag aber auch schon wieder eine längere Pause - und eben das ist mein erstes Ziel: keine solchen Pausen mehr, mindestens 2 x die Woche laufen - was ich so ab April/Mai dann auf 3 x pro Woche erweitern möchte.

Heute morgen habe ich auch mit einem ersten kleinen Krafttraining begonnen. Das werde ich jetzt an allen Tagen machen, an denen ich nicht laufen gehe.

... aber ein extrem großer Schritt für mich!

Ich habe es getan - ich habe mich für den Halbmarathon in Köln am 14. Oktober angemeldet. Das bedeutet: ich habe noch 7 1/2 Monate Zeit, um so fit zu werden, diese 21,0975 km in maximal 2:45 h zu schaffen. Wobei: für mich wäre es schon ein Erfolg, wenn ich die Distanz überhaupt schaffe ...

Warum mache ich das? - Nun: Laufen hat mir schon immer Spaß gemacht und in jüngeren Jahren gab es Zeiten, wo ich ziemlich regelmäßig gelaufen bin - Distanzen bis zu 10 km. Auch damals schon fand ich die Bilder von Marathon-Läufen immer faszinierend und hätte gerne mal teilgenommen. Von daher ist das jetzt zu einem gewissen Teil sowas wie die Erfüllung eines Jugendtraumes - oder besser: der Versuch dazu.

Zum anderen geht es aber auch darum, zu überprüfen, ob ich mit meinen mittlerweile fast 50 Lenzen noch in der Lage bin, meine körperliche Fitness dermaßen zu steigern. Ist es möglich, innerhalb von gut 7 Monaten den Körper so in Form zu bringen, dass er 21 km lang durchhält? ohne danach ins Koma zu fallen? - Ich werde es versuchen. Und ich werde hier regelmäßig berichten, welche Fortschritte ich gemacht habe, wie es mir dabei geht - und welche Auswirkungen das Ganze ggf. auch auf andere Bereiche hat. Denn eins ist ja klar - und war auch damals schon ein entscheidender Motivationsfaktor: Sich ein bißchen quälen - sich durchbeißen beim Sport stärkt einem auch beim Rest des Lebens den Rücken. Und da es eben auch dort zur Zeit ein wenig mühsam zugeht, erhoffe ich mir auch in dieser Hinsicht einige Seiteneffekte.

Die Welt wird für mich nicht untergehen, wenn ich am 14.10. die Distanz nicht schaffen sollte. Aber: ich WERDE antreten. Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten alles in meiner Kraft stehende tun, um dieses Ziel zu erreichen. Ich werde mir einen Trainingsplan machen, werde nach und nach das Rauchen einschränken - und versuchen, eine Dramaturgie aufzubauen, die am 14. Oktober dann hoffentlich ihren Höhepunkt erreicht.

Wenn du diesen Weg mitverfolgen willst - meine Erfolge und Pleiten, meine Schmerzen und meine Freude - wenn dich interessiert, ob ich durchhalte und was 7 Monate Training + Disziplin (denn darum geht's ja) mit mir so anstellen - dann schau halt hin und wieder mal hier rein. Mindestens 1 x pro Woche werde ich hier vom aktuellen Stand bzgl. meiner Marathon-Vorbereitung berichten.
Drückt mir die Daumen!

Liebe Kunden,
liebe Partner,
liebe Geschäftsfreunde,

es war ein langer und nicht gerade einfacher Prozess - aber nun ist die Entscheidung gefallen:

Die anzido GmbH wird zum 31. Juli diesen Jahres ihren Geschäftsbetrieb einstellen.

Für die meisten von Ihnen wird diese Nachricht vermutlich sehr überraschend kommen. Bevor ich erkläre, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist, möchte ich zunächst einige wichtige Informationen geben bzgl. der nächsten Wochen und Monate.

Wichtige Informationen für unsere Kunden:

Als sich die jetzige Entscheidung abzuzeichnen begann, war mir persönlich sehr wichtig, dass es sowohl für unsere Mitarbeiter als auch für unsere Kunden klare Perspektiven gibt, wie es nach der Einstellung unseres Geschäftsbetriebes weitergeht.
Was die Mitarbeiter betrifft, so haben sich hier zwischenzeitlich Lösungen gefunden. Was die Kunden betrifft, so habe ich in den letzten Wochen bereits etliche Gespräche mit anderen OXID-Partnern geführt, um eine saubere Übergabe von einzelnen Kundenprojekten vorzubereiten. Angesichts der mittlerweile doch recht großen Anzahl der von uns betreuten Kunden, war es nicht möglich, dies bereits für alle Kunden zu organisieren. Ich möchte Ihnen hier aber einige Agenturen empfehlen, mit denen wir seit längerer Zeit zum Teil eng zusammenarbeiten und bei denen ich überzeugt bin, dass Sie dort genau so kompentent betreut werden, wie dies - hoffentlich - bei uns der Fall war.

Die folgenden Agenturen haben mir signalisiert, dass sie sowohl die Bereitschaft als auch die Kapazitäten haben, einzelne Projekte von uns zu übernehmen:

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digidesk media solutions
Inh. Marco Müller
Fontanewg 4
33415 Verl

Tel.: 05246 - 909910
Fax.: 05246 - 9099122
http://www.digidesk.de
info@digidesk.de

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FATCHIP GmbH
Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Hendrik Bahr
Helmholtzstrasse 2-9
10587 Berlin

Tel.: 030 - 39 88 93 51
Fax.: 030 - 39 88 93 52
http://www.fatchip.de
kontakt@fatchip.de

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D³ Data Development
Inhaber: Thomas Dartsch
Stollberger Straße 23
09380 Thalheim

Tel.: 03721 – 268090
Fax.: 03721 – 265234
http://www.shopmodule.com
info@shopmodule.com

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Diese Agenturen sind alle langjährig als OXID-Partner tätig, unterscheiden sich aber z. T. hinsichtlich ihrer Größe und Ausrichtung. Bitte nehmen Sie selbst Kontakt mit einer Agentur auf, die Ihnen für Ihren Shop geeignet erscheint. Und bitte tun Sie dies so bald wie möglich. Es wird zwar noch 4 Monate dauern, bis wir unseren Geschäftsbetrieb einstellen, mir ist aber sehr daran gelegen, Ihren neuen Partnern noch alle notwendige Unterstützung bei der Übergabe Ihrer Projekte geben zu können.

Selbstverständlich erhalten Ihre neuen Partner von uns alle vorgenommenen Programmierungen im Quellcode. Gerne werden wir - wo nötig - auch Termine vereinbaren, um zum einen oder anderen Projekt helfende Hinweise zu geben, damit ein neuer Partner sich möglichst reibungslos in Ihr Projekt einarbeiten kann.
Für diesen Prozess wäre es sehr hilfreich, wenn Sie uns unmittelbar verständigen, sobald Sie sich für einen neuen Partner entschieden haben. Zu einer sauberen Übergabe gehört dann auch, dass ein Zeitpunkt vereinbart wird, zu dem die uns überlassenen Zugangsdaten zu Servern etc. geändert werden, damit Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten klar getrennt sind.

Was wird mit den anzido Modulen?

Genau wie bei unseren Kunden-Projekten bin ich seit geraumer Zeit bemüht, dass auch die von uns entwickelten Kaufmodule und Schnittstellen von einem anderen OXID-Partner übernommen und somit weiterentwickelt und gepflegt werden. Wir werden dazu im Laufe der nächsten Wochen an alle Modulkunden noch einen gesonderten Newsletter verschicken, indem die zukünftigen Ansprechpartner für die diversen Module bekannt gegeben werden.

Wie konnte es nun dazu kommen?

Vorab: der anzido GmbH geht es wirtschaftlich betrachtet hervorragend und von daher gesehen kann ich gut nachvollziehen, dass einige vertraute Menschen, mit denen ich schon etwas früher über meine Entscheidung gesprochen habe, mich zunächst völlig irritiert angeschaut haben ... - Bei einigen fielen spontan Aussagen wie: "Du bist ja bekloppt ..."
Ich kann dieses anfängliche Unverständnis gut nachvollziehen und habe mich um so mehr über jeden gefreut, der nach einiger Zeit dann doch auch mich verstehen konnte.
Wie also ist es zu dieser Entscheidung gekommen?

Vor gut 2 Jahren hatte ich ehrgeizige Pläne und Ziele mit der anzido GmbH - und auch mit der damals gegründeten anzido Akademie. Leider wurden diese Ziele bis zum heutigen Tage nicht erreicht. Die Gründe dafür sind vielfältig - den allergrößten Teil macht dabei aber schlicht und einfach fehlendes Personal aus.
Mein Hauptanliegen in den letzten zwei Jahren war es, unser Team auszubauen, weitere Entwickler einzustellen, um dann irgendwann auch bzgl. des Managements eine Zwischenebene aufbauen zu können - z. B. in Form eines Projektmanagers - so dass es für mich persönlich langfristig zu einer spürbaren Entlastung kommt.

Ich arbeite seit vielen Jahren am Anschlag. Organisation und Administration der Firma, Akquise, Kundenbetreuung, Controlling, Support und immer wieder auch die Programmierung gehörten zu meinen Aufgaben. Daneben dann noch Schulungen und Consulting, ständiges Bemühen um Verbesserungen an unseren internen Strukturen, Pflege der Beziehungen zu Partnern, Konzeption und Marketing bzgl. unserer Module ... - um nur die wesentlichen Bereiche zu nennen.
Das alles hat Spuren hinterlassen, Vieles ist während dieser Zeit erheblich zu kurz gekommen: Familie, Freunde und letztlich auch die Gesundheit.

Nun ist all das noch nicht in einem wirklich kritischen Stadium. Aber soweit möchte ich es eben auch gar nicht erst kommen lassen. Ich habe speziell im letzten Jahr mehrfach deutlich gespürt, dass ich mich in meiner Situation nicht wirklich wohl fühle. Und je deutlicher es wurde, dass die gesteckten Ziele nicht erreicht werden, umso stärker wurde die Frage: Wie lange soll das so noch weitergehen?
Wenn man dann im engeren und weiteren Bekanntenkreis mitbekommt, dass hier jemand für längere Zeit ausgefallen ist wegen eines "Burnouts" - oder dass dort jemand in meinem Alter plötzlich eine Herzattacke erleidet - dann bekommt eine solche Frage umso mehr Gewicht.

Als nun Anfang diesen Jahres mein langjährigster Mitarbeiter, Herr Rother, seine Kündigung vorlegte, war ein Punkt erreicht, an dem mir klar wurde, dass nun entweder alle Anstrengungen erneut wesentlich hätten verstärkt und die Stressspirale damit erneut deutlich hochgeschraubt hätte werden müssen - oder aber ein alternativer Weg gefunden werden musste.

In dieser Situation erinnerte ich mich daran, dass mir von einer Firma, mit der wir seit längerer Zeit zusammenarbeiten, immer wieder mal signalisiert worden war, dass man mich sehr gerne als Mitarbeiter gewinnen würde. Also führte ich ab ca. Ende Januar entsprechende Gespräche und es kristallisierte sich heraus, dass man mir dort Aufgabenbereiche anbot, die so ziemlich genau das abdeckten, was mir bereits in meiner jetzigen Rolle immer schon am meisten Spaß machte.

Als sich dann relativ schnell sowohl bzgl. meiner übrigen Mitarbeiter als auch bzgl. unserer Kundenprojekte konkrete Perspektiven abzeichneten und mir klar wurde, dass ein Ausstieg möglich sein würde, ohne irgendjemanden "im Regen" stehen zu lassen - fiel mir die Entscheidung relativ leicht.

Natürlich ist bei alledem ein lachendes und ein weinendes Auge dabei ... - in der anzido GmbH stecken inklusive der Zeit meiner Einzelfirma nun rund 11 Jahre Schweiß und Herzblut. Dennoch habe ich inzwischen ein gutes Gefühl bei meiner Entscheidung. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in einem neuen - aus meiner Sicht extrem spannenden - Team und auf neue Herausforderungen.
Und es gibt in meinem neuen Tätigkeitsbereich die begründete Hoffnung, die Arbeitsbelastung auf ein verträgliches Maß zu reduzieren und mich so auch wieder einigen Bereichen außerhalb der Arbeit stärker widmen zu können.

Ab 01. August 2011 werde ich als Schulungsleiter und Partnermanager für die Fa. digital guru (GREYHOUND) tätig sein. Manche unserer Kunden werde ich also durchaus in der ein oder anderen Weise weiter betreuen - allerdings unter anderer Flagge.
Ich werde somit auch weiterhin im Bereich "Ecommerce" direkt oder indirekt tätig sein. Und auch mein in vielen Jahren erworbenes OXID-Know-How gedenke ich nicht in der Schublade verstauben zu lassen. In begrenztem Maße werde ich weiterhin für Schulung und Consulting rund um die OXID-Software zur Verfügung stehen und werde das OXID-Geschehen sicherlich auch in den nächsten Jahren aufmerksam weiter mit verfolgen und mich ggf. hier und da auch mal "einmischen".

Ich möchte mich abschließend bei allen Kunden, Partnern und Geschäftsfreunden ausdrücklich für die z. T. langjährige, in der Regel sehr angenehme und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken! Ich hoffe und wünsche mir für Sie, dass Sie Ihre jeweiligen Projekte erfolgreich weiterführen können! Wo es sich anbietet und ergibt freue ich mich, mit dem einen oder der anderen von Ihnen vielleicht auch in Zukunft unter anderen Vorzeichen zusammenzuarbeiten.

Herzlichen Dank und liebe Grüße!

Andreas Ziethen
Geschäftsführer der anzido GmbH

Ich hatte kürzlich das Problem, dass iTunes bei mir extrem träge wurde - nach jedem Start (auf einem PC) dauerte es 2-3 min. bevor man überhaupt irgendeine Aktion ausführen konnte. Und dann ratterte nach jedem Start das "Sammeln der Informationen für die unterbrechungsfreie Wiedergabe" los, was das Programm erneut für bis zu 5 min. komplett lahmlegte.

Meine Recherche im Netz zeigte, dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin. Ich habe zahlreiche Forenbeiträge gefunden, wo Leute nach einer Lösung dafür gefragt hatten - leider konnte ich nirgendwo eine wirklich hilfreiche Antwort finden.

Heute bin ich nun der Sache nochmals auf den Grund gegangen und habe das Problem bzgl. der unterbrechungsfreien Wiedergabe genauer analysiert:
Wenn iTunes startet, dann wurden bei mir immer genau 8 Titel erneut untersucht. Diese Titel erscheinen dann ja auch oben in der Info-Zeile. Und genau diese Titel habe ich mir heute dann mal notiert und mir anschließend die Files genauer angesehen. Und siehe da: die waren alle auf igendeine Art defekt - und ließen sich auch z. B. mit Winamp nicht sauber abspielen.

Also hab ich die Files aus der iTunes Bibliothek entfernt und gelöscht. Seitem läuft iTunes wieder rund! 🙂
Vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen auch weiter.

Als Ergänzung zu meinem 3-teiligen Workshop "OXID4ALL - Es muss ja nicht immer ein Shop sein ..." möchte ich heute noch auf die aktuelle Ausgabe (4.10) des PHPmagazins hinweisen. Dort ist unter dem Titel "Kernig" nun ein Artikel von mir erschienen, in dem es um Core-Klassen Erweiterungen im OXID eShop geht.

Diese Thematik bietet die Basis für die in meinem Workshop beschriebenen Schritte, um das OXID Framework (OF) auch für eigene Anwendungen - fern der Ecommerce-Welt - nutzen zu können.

Der Artikel im PHPmagazin nimmt Bezug auf meinen ursprünglich geplanten Vortrag bei den OXID Commons. Natürlich musste der Artikel schon im April abgegeben werden, als ich noch nicht ahnen konnte, dass ich meine Commons-Teilnahme krankheitsbedingt würde absagen müssen. Der Inhalt des dort ausgefallenen Vortrags ist ja nun hier im Blog verfügbar.

Fragen zum Artikel und/oder zum Workshop beantworte ich gerne hier im Blog. Nutzt die Kommentarfunktion.

Bzgl. des Projekterfassungs-Toos erhielt ich bereits gestern zwei Rückmeldungen von interessierten PHP-Entwicklern, die sich vorstellen können, daran mitzuarbeiten, dieses Projekt weiter auszubauen. Ich werde also versuchen, so schnell wie möglich dafür zu sorgen, dass das Ganze kollaborationsfähig als OXIDforge-Projekt zur Verfügung steht!

Nun denn - auf zum Endspurt - und damit zum Kern des Projektes "oxid4project - Ein Projekterfassungs-Tool auf Basis von OXID CE".

In diesem dritten und letzten Teil meines kleinen Workshops werde ich die Implementierung eigener Datenbanktabellen und damit verknüpfter core-Objekte demonstrieren. Dies bildet die Grundlage für die weitere Anwendungsentwicklung.

Am Ende des Beitrages steht dann der komplette Quellcode zum Download zur Verfügung.

oxid4project Projektdatenerfassung

oxid4project Projektdatenerfassung

Bisher hatten wir lediglich eine Login-Seite und eine noch ziemlich leere Startseite für das Projekterfassungs-Tool erstellt. Bevor wir das Ganze nun mit nützlicher Funktionalität füllen, wollen wir uns zunächst an die notwendigen core-Objekte machen.

Wie schon in Teil 1 beschrieben, benötigen wir folgende Objekte:

- Mitarbeiter / User: hier nutzen wir OXID Standardfunktionalität
- Projekte: dafür wird eine eigene core-Klasse benötigt
- Zeit- und Texterfassung: auch hierfür mache eine eigene core-Klasse Sinn
- Auswertungen: ebenfalls eine eigene core-Klasse

Um den Bereich "Mitarbeiter" kümmern wir uns im Moment überhaupt nicht - das erledigen wir komplett mit OXID-Standards. Für die Projektstammdaten sieht das anders aus:

 

Neues Objekt: Projekt(e) - Datenfelder

Um die Projektstammdaten zu erfassen, benötigen wir zunächst eine eigene Tabelle:

CREATE TABLE `azprojects` (
`OXID` varchar(32)  NOT NULL,
`AZTITLE` varchar(150) NOT NULL,
`AZPRICEPERHOUR` double NOT NULL,
PRIMARY KEY (`OXID`)
);

Wir beschränken uns hier auf eine eindeutige ID, einen Titel und den Stundensatz. Um nicht mit OXID-eigenen Konventionen in Konflikt zu geraten, sollten eigene Tabellen und Tabellenfelder grundsätzlich ein eigenes Prefix bekommen - ich nutze stets "AZ" dafür. Eine Ausnahme bildet in unserer neu angelegten Tabelle allerdings das Feld OXID.

Im OXID Framework (OF) hat die sog. OX-ID eine besondere Stellung. Diese ID ist in allen Tabellen der primary key und somit immer die eindeutige ID für jeden Datensatz. Anhand dieser ID laden die OF-Basisklassen Inhalte in die Objekte hinein. Damit wir diesen sehr komfortablen Mechanismus nutzen können, müssen wir unserer Tabelle ebenfalls eine OX-ID geben.

Nun brauchen wir noch die zugehörige core-Klasse, die als Minimalversion so aussieht:

class azproject extends oxI18n
{
    protected $_sCoreTbl = 'azprojects';
    protected $_sClassName = 'azprojcect';

    public function __construct()
    {
        parent::__construct();
        $this->init( 'azprojects' );
    }
}

Erläuterung:
Wir deklarieren die Klasse azproject als Extension von oxI18n. Diese Klasse wiederum ist Extension der Klasse oxBase - und die wiederum ist Extension von oxSuperCfg. Von dieser Vererbungskette profitieren wir in mehrfacher Hinsicht:

  • oxSuperCfg: stellt uns mit Session- und Config-Objektgettern das Fundament des OF zur Verfügung
  • oxBase: enthält alle Kernfunktionen für Datenobjekte, inkl. der notwendigen Methoden, um Daten aus Tabellen in Objekteigenschaften zu überführen und umgekehrt
  • oxI18n: ist die sog. "Internationalization" Klasse, in der diverse Mechanismen hinterlegt sind, die es recht einfach machen, die Datenobjekte auch mehrsprachig zu pflegen. (Wir werden das im aktuellen Projekt nicht nutzen, aber um das Projekt möglichst universell nutzen zu können, macht es Sinn, diese Option hier zumindest mit einzubinden.)

Dieser OF-Komfort sorgt dafür, dass unsere eigene core-Klasse ziemlich bescheiden bleiben kann. Im Grunde definieren wir dort nur den Namen unseres Objektes ($_sClassName) und den Namen der Tabelle, aus der die Daten kommen ($_sCoreTbl). Das reicht bereits, um das grundlegende Handling unserer Projektstammdaten zu erledigen.

Wie das Ganze ins Template eingebunden wird, entnehmt ihr bitte dem Quellcode, der ja zum Download bereitliegt. Ich will hier nur kurz noch zeigen, wie nun das besagte Handling der Daten in die entsprechende View-Klasse azprojectsstart eingebunden wird.

Zuvor brauchen wir aber noch eine weitere core-Klasse - und zwar für ein Listenobjekt der Projektstammdaten. Warum das? - Nun, das OF enthält für nahezu alle Daten(core-)objekte jeweils eine Klasse für das Einzelobjekt und eine Klasse für das entsprechende Listenobjekt (z. B.: oxarticle / oxarticlelist, oxcategory / oxcategorylist, oxuser / oxuserlist etc.). Während die Klassen der Einzelobjekte wie oben beschrieben Extensions von oxBase oder oxI18n sind, sind die Listenklassen Extensions vonoxList. Die Klasse oxList implementiert einige vordefinierte Interfaces (ArrayAccess, Iterator, Countable) und bietet damit komfortable Möglichkeiten für den Umgang mit Objekten. Viel interessanter sind aber einige Standardmethoden dieser Klasse - wie z. B. selectString() - die einem das Leben extrem leicht machen können. Wir werden gleich sehen, was das konkret bedeutet. Zunächst aber legen wir unsere Listenklasse azprojectlist an wie folgt:

class azProjectList extends oxList
{
    public function __construct( $sObjectsInListName = 'azproject')
    {
        return parent::__construct( 'azproject');
    }
}

Ziemlich übersichtlich - nicht wahr? 😉 - Aber genau dafür nutzen wir ja schließlich Frameworks, um nicht alles ständig komplett neu machen zu müssen. Diese sieben Codezeilen werden uns gleich das Leben extrem vereinfachen.

 

Core-Objekt für Projektstammdaten in View-Klasse nutzen

Auf der Startseite für unser Tool soll die komplette Datenerfassung erfolgen. Hier sollen auch neue Projekte mit ihrem aktuellen Stundensatz angelegt werden können. Die vorhandenen Projekte sollen über ein Dropdown-Menü ausgewählt werden können:

oxid4project - Projektdatenerfassung

oxid4project - Projektdatenerfassung

Die Befüllung des Dropdown-Menüs erfolgt, indem wir in der View-Klasse azprojectsstart einen entsprechenden Getter implementieren:

public function getProjects()
{
        $oProjectList = oxNew("azprojectlist");
        $oProjectList->selectString("select oxid, aztitle from azprojects order by aztitle");

        return $oProjectList->getArray();
}

Im Template sieht das dann folgendermaßen aus:

<select name="azdata[azjobs__azprojectid]">
        <option value=""> -- Projekt auswählen -- </option>
        [{foreach from=$oView->getProjects() item=oProject}]
                <option value="[{$oProject->azprojects__oxid->value}]"
                        [{if $actProject == $oProject->azprojects__oxid->value}]selected[{/if}]>
                        [{$oProject->azprojects__aztitle->value}]
                </option>
        [{/foreach}]
</select>

Auch hier eine kurze Erläuterung:
Der Getter azprojectstart::getProjects() instanziiert ein neues Objekt der Listeklasse azprojectlist. Dies erfolgt mittels der (Factory-)Funktion oxNew(). Auch hier steckt wieder viel Komfort und Know How des OF's drin: Die Funktion oxNew() sorgt z. B. dafür, dass - falls vorhanden - Module für die instanziierten Klassen berücksichtigt werden.

Auf dem Listenklassenobjekt können wir nun die Methode selectString() ausführen, die als Parameter ein simples Datenbankquery bekommt. Diese Methode sorgt nun dafür, dass das Listenobjekt $oProjectList als protected property ein Array enthält, welches die Einzelobjekte sämtlicher Datensätze enthält, die über das Query gefunden wurden. Über die (public) Methode getArray() auf dem Listenobjekt können wir diese Liste nun abrufen und darüber iterieren (siehe Template).

 

Neue Stammdaten via Core-Objekt in der Datenbank speichern

Nun fehlt noch das Speichern von neuen Projektstammdaten in der Datenbank. Um auch das ohne viel Aufwand erledigen zu können, kommt es darauf an, die Daten in einer speziellen Struktur zu erfassen, die der OF-eigenen Struktur bei Datenobjekten entspricht:

[Objektname]->[Tabellenname]__[Feldname]->value

Dementsprechend erhält unsere View-Klasse azprojectsstart nun folgende (protected) Methode:

protected function _createNewProject($title, $dPricePerHour)
{
        $id = oxDb::getDb()->GetOne("select oxid from azprojects where aztitle = '$title'");
        if(!empty($id)) {
                $this->_aErrorMsg[] = "Projekt schon vorhanden!";
                return "error";
        }

        $oProject = oxNew("azproject");
        $oProject->azprojects__aztitle->value = $title;
        $oProject->azprojects__azpriceperhour->value = $dPricePerHour;
        $oProject->save();

        return $oProject->getId();
}

Die Methode wird innerhalb der (public) Methode saveProjectData() aufgerufen und erhält als Parameter die Inhalte der beiden Formularfelder für Projekttitel und Stundensatz. Die genaue Struktur bitte im Quellcode nachvollziehen.

Zunächst überprüfen wir, ob evtl. schon ein Projekt mit demselben Namen existiert und übergeben ggf. eine entsprechende Fehlermeldung. Konnte das neue Projekt erfolgreich angelegt werden, so wird die (OX-)ID des neuen Datensatzes zurückgeliefert.

 

Die Erfassung der Projekt- bzw. "Job"-Daten

Wenn wir zuvor einige Beispielprojekte mit Stundensätzen angelegt haben, so können wir nun an die eigentliche Erfassung der Daten der einzelnen Jobs gehen. "Job" meint hier eine Arbeitseinheit eines Entwicklers an einem bestimmten Projekt.

Vom Grundprinzip her funktioniert das auf dieselbe Weise wie oben bei den Projektstammdaten beschrieben: Wir benötigen zwei core-Klassen azjob und azjoblist, dazu natürlich eine entsprechende Datenbanktabelle und noch die Einbindung in die View-Klasse azprojectsstart. Und da das Ganze hier ja ein Workshop sein soll (bzw. auf der Commons sein sollte ...), kann das nun jeder für sich ausprobieren - oder aber sich im mitgelieferten Quellcode einfach anschauen, wie ich es gelöst habe. 😉

 

Ein paar hilfreiche Hinweise zum Schluss

Da der gesamte Beitrag hier nun bereits deutlich länger geworden ist, als gedacht, möchte ich für den Rest der Anwendung auf den überlassenen Quellcode verweisen. Auf ein paar Dinge möchte ich aber noch hinweisen, weil sie ohne tiefergehende OXID-Kenntnis nicht sofort selbsterklärend sind:

functions.php
Innerhalb des modules-Verzeichnisses gibt es eine Datei functions.php, die standardmässig leer ist (abgesehen von einigen Kommentaren). Diese Datei ist dafür gedacht, eigene Funktionen anzulegen, die dann in allen übrigen PHP-Klassen genutzt werden können.
Kleiner Praxistipp: Es empfiehlt sich, die eigenen Funktionen in eine extra Datei auszulagern und in der Datei functions.php über includes einzubinden. Grund: Sollten einmal externe Module in die Anwendung eingebunden werden, die ebenfalls eigene Funktionen mitbringen, so müssen diese nicht jedes Mal in der functions.php zusammengeführt werden sondern es reicht dann das Hinzufügen einer weiteren include-Zeile.

Da es sich hier um Funktionen handelt und nicht um in Klassen gekapselte Methoden, sollten diese von vornherein eindeutig benannt werden, indem z. B. ein eindeutiges Prefix vorangestellt wird (in meinem Falle "az").

Ich habe hier 2 Funktionen untergebracht, die für die Dropdowns Datum und Zeitaufwand benutzt werden, um hier sämtliche Daten der letzten 180 Tage sowie Zeitabschnitte in Viertelstundenschritten anzeigen zu lassen.

Für die restliche Funktionalität verzichte ich hier auf weitere Erläuterungen. Jeder kann sich diese anhand des mitglieferten Quellcodes selbst erschließen.

 

Abschließende Hinweise zu einer möglichen Weiterentwicklung des Projektes

Wer das Gesamtpaket einmal installiert und testet, wird schnell feststellen, dass hier noch etliche Wünsche offen bleiben. Speziell im Bereich der Auswertung könnte man sich noch viele nützliche Funktionen vorstellen. Gerade deshalb möchte ich das Projekt nun der Community zur Verfügung stellen, damit jeder, der Lust und Zeit hat, am Ausbau und an einer Verbesserung des Tools mitwirken kann. Wie schon gesagt werde ich versuchen, das Ganze schnellstmöglich als Projekt auf OXIDforge anzulegen, damit dann über diese Plattform eine gordnete Weiterentwicklung für Interessierte möglich wird.

Ein interessanter Aspekt der Weiterentwicklung könnte z. B. die Vereinfachung bei der Rechnungsstellung sein. Schließlich werkelt im Hintergrund ja ein Shop-Framework - es läge von daher nahe, aus abgerechneten Jobs Bestellungen zu generieren und hier dann entweder das Rechnungs-PDF des Shops zu nutzen oder aber die Daten über eine Schnittstelle in ein ERP-System zu überführen und dort dann automatisiert Rechnungen zu erstellen. Dafür müssten dann natürlich noch die Projektstammdaten mit Kundenstammdaten verknüpft werden, um einen vollständigen Bestelldatensatz generieren zu können. Das sollte sich aber durchaus machen lassen.

Jeder, der hier weiterführende Ideen beisteuern kann, ist herzlich eingeladen, sich an der Weiterentwicklung zu beteiligen! Sobald vorhanden, werde ich hier die entsprechenden Daten und Links bzgl. OXIDforge veröffentlichen.

 

Schlussbetrachtung im Kontext der zurückliegenden OXID Commons

Nachdem ich vorgestern den ersten Teil des Workshops hier veröffentlicht hatte, erhielt ich im Blick auf meine krankheitsbedingte Absage für die Commons kurz darauf einen Tweet von Roland Fesenmayr, den ich hier kurz zitieren möchte:

Wenn ich das lese, noch mehr schade, daß Du krank warst ... hätte perfekt gepasst!

Tja, das habe ich auch mehrfach gedacht, als ich die Live-Streams der Commons aus dem Krankenbett heraus mitverfolgte. Da war ja mehrfach die Rede von einem "Ecommerce Betriebssystem" welches modular aufgebaut sein soll und bei dem sich der Shopbetreiber passend zu seinem individuellen Geschäftsmodell genau die Komponenten auswählen kann, die ihm hilfreich erscheinen.

Nun ist ein Projekterfassungs-Tool nicht gerade ein "Geschäftsmodell" im Rahmen des Ecommerce. Dennoch zeigt mein Beispiel, wozu das OXID-Framework prinzipiell bereits jetzt fähig ist. Wir haben hier eben kein total starres System, das ausschließlich auf fest definierte Ecommerce-Szenarien abgestellt ist - sondern wir haben hier bereits heute einen Baukasten vor uns, der - richtig genutzt - an so ziemlich jedes Geschäftsmodell angepasst werden kann.

Nicht erst seit der Commons ist klar, dass aktuell ein frischer Wind durch die Ecommerce-Landschaft bläst. Noch ist das eher ein laues Lüftchen, das aber - nicht zuletzt durch die Verbreitung des iPads - spürbar an Fahrt aufnimmt. Einkaufen im Internet ist nicht mehr bloß die Besorgung von Dingen, für die man früher in ein Ladengeschäft stiefelte - Einkaufen im Internet bekommt mehr und mehr eine eigenständige Erlebnisqualität. Während Onlineshops lange Zeit versuchten, das Einkaufen im Ladengeschäft möglichst originalgetreu nachzubilden, gibt es mehr und mehr Features, die dem Onlinekauf einen echten Mehrwert geben. Das sind so Dinge wie z. B. die Möglichkeit von Preisvergleichen, der Austausch in sozialen Netzwerken - das sind aber auch neue technische Möglichkeiten. Ich freue mich schon darauf, wenn ich zum ersten Mal ein Bild meines Wohnzimmers in mein (hoffentlich bald verfügbares) iPad einlesen kann und die Möbel aus dem Onlineshop mit den Fingern in meinem Wohnzimmer hin und herschieben kann.

Alles, was da auf uns zukommt, wird um so spannender werden, je flexibler die Softwarekomponenten sind, die zur Umsetzung der verschiedensten Ideen zur Verfügung stehen - und je offener die Schnittstellen dieser Komponenten untereinander sind. Möglicherweise läuft ein Onlineshop dann auf Basis von 10 verschiedenen Komponenten, die auf 10 verschiedenen Webservern (oder in 10 verschiedenen Clouds?) laufen.

Mit meinem Beispiel eines Projekterfassungs-Tools wollte ich demonstrieren, dass das OXID Framework m. E. schon jetzt die Flexibilität und Offenheit bietet, um darauf (fast) alles Mögliche zu bauen. Zumindest ist OXID hier auf einem guten Weg.

 

Hinweise zum Download

Der Download, der hier angeboten wird, ist ein Vorabangebot. Die Benutzung erfolgt komplett auf eigene Gefahr. Voraussetzung für die Nutzung der hier zur Verfügung gestellten Dateien ist eine frisch installierte OXID Community Edition 4.3.

oxid4project Sourcen

Die Entscheidung war nun also gefallen: Ich wollte versuchen, auf Basis einer OXID CE ein brauchbares Projekterfassungs-Tool für uns zu programmieren. Die ersten Schritte dorthin hätte ich gerne im Rahmen der OXID Commons 2010 mit euch im Rahmen eines Workshops nachvollzogen. Nun versuche ich, das Ganze hier lesbar aufzubereiten.

oxid4project Login Screen

oxid4project Login Screen

Der Beitrag insgesamt verfolgt damit folgende Ziele:

  1. einen generellen Einblick in das OXID Framework (OF) geben
  2. zeigen, dass man damit nicht nur Onlineshops programmieren kann
  3. hilfreiche Tipps geben für den Umgang mit dem OF, die auch im Rahmen von Shops sehr nützlich sind. 😉
 

Am Anfang steht das Konzept: Welche Grundelemente werden benötigt?

Es macht so gut wie nie Sinn, einfach drauf los zu coden - vor allem dann nicht, wenn man ein vorhandenes Framework nutzen will. Um herauszufinden, welche Teile des Frameworks sich am sinnvollsten für die eigene Applikation nutzen lassen, sollte man zunächst die benötigten Grundelemente definieren. Diese Definition soll dabei so erfolgen, dass jedes der genannten Grundelemente sich nach Möglichkeit bereits als Objekt denken lässt. Oder anders gesagt: Wir suchen nach klar abgrenzbaren Sach- und Funktionsbereichen in unserer geplanten Anwendung, die sinnvoll im Rahmen einzelner Klassen gekapselt werden können.

Für unsere Projekterfassung benötigen wir folgende Bereiche / Elemente:

  • Projekte: Projekt anlegen, löschen, editieren, auflisten ...
  • Mitarbeiter: anlegen, löschen, editieren, Login ... => OXID Userverwaltung
  • Erfassung von Arbeitseinheiten: Zeit- und Texterfassung, Bearbeitung von Einträgen, Löschen ...
  • Auswertungen: nur für Admin sicht- und nutzbar, über Frontend erreichbar (also nicht im Shop-Admin)

Aus dieser Definition ergibt sich ein Konzept für die benötigten Views und Templates sowie für sinnvolle Core-Objekte. Fangen wir pragmatisch mit den Views und Templates an:

 

Konzeption der Views und Templates

Die gesamte Anwendung soll im Endeffekt ja auf einem Webserver im Netz laufen, damit jeder Mitarbeiter das Tool nutzen kann, wo immer er sich auch gerade befindet. Also brauchen wir zunächst einmal einen Login-Bereich. Wie oben schon angedeutet, können wir hier komplett die OXID Standardfunktionalität der Benutzerverwaltung nutzen.
Als nächstes brauchen wir eine Zeit- und Texterfassungsmaske, in der die Mitarbeiter ein Projekt auswählen und eintragen können, wie lange sie daran gearbeitet haben und was genau sie in dieser Zeit gemacht haben.
Für die eigentliche Datenerfassung ist das schon alles. Allerdings will ich als Admin ja auch ein paar Auswertungsmöglichkeiten haben. Also fehlen noch folgende Views / Templates:

  • Listenseite(n) für Auswertungen (z. B.: alle noch nicht abgerechneten Projekte im Monat "X" etc.)
  • Detailseite für Auswertungen (z. B.: alle noch nicht abgerechneten Arbeitseinheiten von Projekt "Y" im Monat "X" etc.)
  • Detailseite für Bearbeitung von Einzeleinträgen, z. B. wegen Korrekturen, Abzug von nicht abrechenbaren Zeiten etc.
 

Let's code! - Login-Seite

Die Login-Seite ist im Grunde der einfachste Teil der gesamten Übung, weil wir hier zu nahezu 100% auf OXID Standardfunktionalität zurückgreifen können. Dennoch kann man bereits hier den ein oder anderen hilfreichen Tipp für den generellen Umgang mit dem OXID Framework unterbringen. Daher das Ganze nun etwas ausführlicher:

Wir brauchen eine View-Klasse und ein zugehöriges Template. Die View-Klasse gestaltet sich dabei ausgesprochen simpel:

class azprojectsLogin extends oxUbase
{
        /**
         * name of template file
         * @var str
         */
        protected $_sThisTemplate = "azprojectslogin.tpl";

        /**
         * calls parent (oxUbase) render and returns name of tpl file
         * @return str $this->_sThisTemplate
         *
         */
        public function render() {
                parent::render();

                return $this->_sThisTemplate;
        }
}

Jede View-Klasse im OF ist Extension der Klasse oxUbase. Wir verwenden diese Vererbung, um gewisse Grundmechanismen im OF automatisch mitnutzen zu können. Dabei ist zu beachten, dass eine View-Klasse dann auch immer eine public function render() besitzen muss, die a.) die parent::render() aufruft und b.) als return-Wert den Namen der Template-Datei zurückliefert.
Damit sind die Mindestanforderungen für eine eigene View-Klasse bereits erfüllt. Gesagt sei noch, dass der Dateiname der Klasse sinnvollerweise mit dem Klassennamen identisch sein - allerdings komplett in Kleinbuchstaben gehalten sein sollte. So vermeidet man Probleme beim Switch zwischen verschiedenen Betriebssystemen (z. B. Windows / Mac / BSD / Linux etc.).

Als nächstes machen wir uns nun an das Template heran. Dieses sollte am Ende in etwa so aussehen wie der Screenshot am Anfang dieses Beitrags (oxid4project Login-Screen).

Hier kommt es natürlich nicht auf das konkrete Layout an - das möge sich jeder so gestalten, wie es ihm gefällt. Ich möchte lediglich auf ein paar Grundzüge bei der Templategestaltung hinweisen.

Im OXID eShop besteht nahezu jede im Frontend sichtbare Seite aus mind. 6 Einzeltemplates, die in Form von includes eingebunden werden:

  1. something.tpl - Die Template-Datei, die von der aktuell aufgerufenen View-Klasse als return-Wert der render() function zurückgeliefert wird. Name ist natürlich für jede Seite anders. Hier erscheint der eigentliche Content der jeweiligen Seite.
  2. _header.tpl - Der Kopfbereich der Seite; wird innerhalb von something.tpl inkludiert.
  3. _footer.tpl - Der Fußbereich der Seite; wird innerhalb von something.tpl inkludiert.
  4. _path.tpl - Anzeige der Breadcrumb-Navigation.
  5. _left.tpl - Navigationsbereich auf der linken Seite; wird innerhalb von _header.tpl inkludiert.
  6. _right.tpl - Bereich für Aktionsboxen auf der rechten Seite; wird innerhalb von _header.tpl inkludiert.

Den größten Teil der Inhalte dieser OXID-Standardtemplatedateien benötigen wir für unser Projekt nicht. Also bauen wir uns stark vereinfachte eigene include-Dateien. Die generelle Nutzung des Grundschemas mit includes macht Sinn, da wir für unser kleines Tool ja auch eine ansprechende Optik wünschen und sich im Kopfbereich z. B. gut einige administrative Navigationspunkte unterbringen lassen, die damit dann automatisch auf jeder Seite sichtbar sind.

Einen speziellen Bereich auf der linken oder rechten Seite brauchen wir nicht, weshalb die entsprechenden includes komplett entfallen können. Dasselbe gilt für die Breadcrumb Navigation, die im Shop vor allem den Kategoriepfad nachbildet, den wir in unserer Anwendung überhaupt nicht benutzen.

Wie die Templates im einzelnen aussehen, kann sich jeder anhand der Beispieldateien selbst ansehen. (In Kürze möchte ich das Ganze als Projekt auf OXIDforge anlegen. Leider kann ich dort zur Zeit keinen Account erstellen ... daher gibt's die Dateien zunächst mal als Download hier im Blog. -> siehe Ende des Beitrags)

Hier sei nur erwähnt, dass ich mich für die aktuelle Anwendung entschieden habe, zwei eigene include-Dateien azprojectsheader.tpl und azprojectsfooter.tpl zu erstellen. In beiden Dateien ist nur das Nötigste enthalten. Auf ein paar Dinge möchte ich aber hinweisen:

dynamischer Seitentitel
Im Grunde soll jeder selbst entscheiden ob und welchen Seitentitel er für dieses Tool benutzen möchte. Ich habe mich daher dafür entschieden, den Shopnamen hier als dynamischen Wert einzusetzen, da dieser über den Shop-Adminbereich leicht änderbar ist. Die Einbindung sieht aus wie folgt:

Projekterfassung - [{$oxcmp_shop->oxshops__oxname->value}]

Das Objekt $oxcmp_shop ist dabei ein sog. Komponenten-Objekt. Die Komponenten sind besondere View-Klassen im OF, die in Form des Decorator Patterns bei jeder View-Klassen Instanziierung mitinstanziiert werden. Somit stehen Komponentenobjekte shop- bzw. applikationsübergreifend überall zur Verfügung. Das ist sehr nützlich und ich kann nur empfehlen, sich mit den OF Komponenten ein wenig genauer zu beschäftigen. Die entsprechenden Klassendateien finden sich alle im Verzeichnis views und die Dateinamen beginnen alle mit oxcmp_...
Es ist sogar relativ einfach möglich, beliebig viele eigene Komponenten in das OF einzubinden. Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, dies hier im Detail zu erläutern. Den erfahrenen OXID'lern sei ein Blick View-Klasse oxUbase empfohlen. Dort findet ihr unter den protected properties u. a. auch das Array namens $_aComponentNames. Direkt darunter findet sich ein leeres Array namens $_aUserComponentNames - hier können eigene Komponenten eingehängt werden - eine der vielfältigen Erweiterungsmöglichkeiten, die das OF von Haus aus anbietet.

Einbindung von Bildern
Bilder, die im Rahmen des Layouts benötigt werden, liegen im OF immer im Verzeichnis /out/basic/img. Dieser Pfad ist innerhalb der Templates abrufbar mittels der Methode $oViewConf->getImageUrl(). Es empfiehlt sich, diese Systematik beizubehalten, weil so auch später das Verlagern der Grafiken in einen anderen Pfad oder auf einen anderen Server sehr einfach zu realisieren ist, ohne gleich alle Templates ändern zu müssen.

HomeLink
Auf dem Logo oben links liegt - wie gemeinhin üblich - der Link zur Startseite unserer Anwendung. Im OF gibt es auch dafür eine eigene Methode, die innerhalb der Templates genutzt werden kann: $oViewConf->getHomeLink().

Sonstige Links
In der Templatedatei azprojectsheader.tpl finden sich einige Navigationslinks, die weitere (eigene) View-Klassen aufrufen sollen. Dies erfolgt innerhalb des OF generell via:

<a href="[{ $oViewConf->getSelfLink() }]cl=myclassname">Linktext</a>

wobei myclassname der Name der aufzurufenden View-Klasse ist.

Navigation nur für eingloggte User anzeigen

Die Navigation im Kopfbereich (Erfassung, Auswertung, Logout) sollte natürlich nur für eingeloggte User zu sehen sein. Dies erreichen wir sehr einfach über die folgende Abfrage im Template /out/basic/tpl/azprojectsheader.tpl:

[{ if $oxcmp_user->oxuser__oxpassword->value }]
...
[{ /if }]
 

Login-Funktionalität

Für die eigentliche Login-Funktionalität nutzen wir zu 100% OXID-Bordmittel. Das Login / Logout-Formular können wir komplett aus dem include-Template /out/basic/tpl/inc/cmp_login.tpl übernehmen. Der Klassenparameter, der in diesem Formular als hidden field "cl" übergeben wird, wird hier dynamisch mit der aktuell aufgerufenen View-Klasse gefüllt. Außerdem finden wir in dem Formular noch ein hidden field mit name="fnc" - dieses dient dazu, eine spezielle Methode auf der View-Klasse auszuführen. Der Name dieser Methode ist - je nach Zustand - login_noredirect oder logout.

In unserer View-Klasse azprojectslogin gibt es aber weder die eine noch die andere Methode. Das macht aber nichts - denn beide Methoden gehören zum Komponentenobjekt oxcmp_user und - wie oben schon erwähnt - stehen die Komponentenobjekte überall zur Verfügung. Und deshalb können wir auch die Methoden dieser Objekte an beliebiger Stelle aufrufen.

 

Umleitung der Startseite
Eine Kleinigkeit fehlt noch: Bisher bekommen wir noch immer die Startseite des Shops zu sehen, wenn wir unsere Anwendung ohne weitere Parameter aufrufen. Um das zu ändern legen wir ein kleines Modul der View-Klasse start an. Dazu erstellen wir eine Moduldatei mit dem Namen azstart.php mit folgendem Inhalt:

class azStart extends azStart_parent
{
        public function init()
    {
        header("location: index.php?cl=azprojectsstart");
    }

}

Diese Datei speichern wir nun unter: /modules/azstart/azstart.php. Anschließend rufen wir den Shop-Adminbereich auf (http://[Shopadresse]/admin/). Hier muss da Modul nun noch registriert werden: Admin --> Stammdaten --> Grundeinstellungen --> System --> Module. Dort bitte folgenden Eintrag tätigen:
start => azstart/azstart
und speichern. Nun wird jeder Aufruf der Shopstartseite auf die View-Klasse azprojectsstart umgeleitet. Diese existiert aber noch nicht und wird auch erst im dritten Teil dieses Workshops erläutert werden. Sie liegt aber dem Downloadpaket bereits - in abgespeckter Form - bei. Dort könnt ihr sehen, dass es auch in dieser Klasse innerhalb der Methode init() eine header-Weiterleitung auf die Login-Klasse gibt für den Fall, dass der User noch nicht eingeloggt ist.
Die Methode init() wird - nach einem evtl. vorhandenen constructor - immer als erste in einer View-Klasse ausgeführt.

 

Die Grundlage ist geschaffen

Bis hierher haben wir nun also die Grundlage für das geplante Tool geschaffen. Es fehlt noch die eigentliche Funktionalität - die ich in Teil 3 dieses Workshops präsentieren möchte. Aber ich denke, man konnte bis hier her bereits eine Ahnung dafür entwickeln, dass das OF viele Möglichkeiten für eigene Entwicklungen bietet. Diesem Beitrag hängt nun auch der erste Teil des Quellcodes des Projektes an, so dass die oben beschriebenen Punkte direkt nachvollzogen werden können.

Mit dem dritten Teil werde ich dann den kompletten Quellcode des Projektes liefern - vielleicht dann ja schon als OXIDforge-Projekt. Hier schon einmal ein Vorab-Happen: oxid4project_source_part_1

Eigentlich hätte ich gestern im Rahmen der OXID Commons einen Workshop halten sollen. Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, aber bereits am Dienstagabend zeichnete sich ab, dass irgendein grippaler Infekt drauf und dran war, die Oberhand über meinen Körper zu gewinnen. Also sah ich mich gezwungen, meine Teilnahme an den Commons schweren Herzens abzusagen.

Da ich die letzten 3 Tage zeitweise fiebernd überwiegend im Bett verbracht habe, war diese Entscheidung aber rückblickend wohl die richtige. Ich hätte den Donnerstag vermutlich nicht durchgestanden.

Ich bedanke mich auf diesem Wege für die vielen Genesungswünsche, die mich in den letzten Tagen speziell aus den Reihen der Commons erreicht haben. Mehrfach schrieb man mir: "Schade - ich hatte mich so auf deinen Workshop gefreut ..."
Den Workshop an sich kann ich nun nicht wirklich nachliefern - aber ich möchte hier nun zumindest grob erläutern, worum es in dem Workshop gegangen wäre. Am Ende des letzten Teiles werde ich auch den entsprechenden Quellcode zur Verfügung stellen.

OXID eShop als Werkzeugkasten für eigene Anwendungen

OXID eShop als Werkzeugkasten für eigene Anwendungen

OXID4ALL - Es muss ja nicht immer ein Shop sein ...

Das OXID eShop Framework als Werzkeugkasten für eigene Anwendungen

Hauptziel des Workshops sollte sein, einmal an einem praktischen Beispiel zu zeigen, vie vielseitig man das OXID eShop Framework einsetzen kann - und dass es dabei eben nicht immer nur um Shop-Projekte gehen muss. "OXID4ALL" ist daher nicht nur gemeint im Sinne von: "OXID für alle!" - sondern eben auch im Sinne von: "OXID für alles?" - Das Fragezeichen ist hier bewusst gewählt, weil man die Art und Weise wie das OXID-Framework im folgenden Beispiel verwendet wird, sicher auch kritisch betrachten kann. Trotzdem denke ich, kann man auf diese Weise recht gut demonstrieren, wie viel Potential in diesem Framework steckt.

Wie alles begann: Auf der Suche nach einer einfachen Projekterfassungssoftware

Vor etwa 1 1/2 Jahren war ich auf der Suche nach einer Software, mit der unsere Entwickler schnell und einfach erfassen konnten, was sie an welchem Projekt gerade gearbeitet hatten. Die Software sollte preiswert sein, leicht zu handhaben, netzwerkfähig und nach eigenen Bedürfnissen anpassbar. Folgende Anforderungen stellte ich anfangs an die gesuchte Software:

  • Login für Mitarbeiter
  • Eintragen von Projekten mit jeweiligem Stundensatz
  • Erfassung der Zeiten: wann wurde von wem wie lange an welchem Projekt was gearbeitet?
  • Vereinfachung der monatlichen Rechnungsstellung
  • Platz für interne Anmerkungen
  • Möglichkeit von diversen Auswertungen

Nach einigen Tagen des Suchens und Ausprobierens stellte ich ernüchtert fest, dass alle Lösungen, die ich gefunden hatte

- zu komplex und/oder
- zu teuer und/oder
- zu unflexibel und nur schwierig oder gar nicht anpassbar und/oder
- zu unhandlich

waren. Da ich aber schnell eine Lösung benötigte und nicht länger weitersuchen wollte, bot sich als einzige Alternative: seber machen!

Ein Framework muss her!

Wenn man "mal eben schnell" eine kleine Applikation schreiben will, greift der PHP-Entwickler ja gemeinhin zum "Framework". Da ich mich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie so richtig intensiv mit dem ZEND-Framework (ZF) beschäftigt hatte, witterte ich die Chance, hier gleich 2 Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen und dachte mir: Prima - nutze ich diesen Anlass, um mich da mal einzuarbeiten.

Nach rund zwei Tagen Kampf mit dem ZF musste ich allerdings feststellen: Wir zwei werden keine Freunde. 🙁
Vielleicht fehlte mir einfach die Zeit und die Ruhe, vielleicht auch die richtige Anleitung ... - vielleicht bin ich auch einfach irgendwie inkompatibel mit dem ZF - jedenfalls erschien mir das alles extrem umständlich und langwierig. Und ich wollte ja schnell zum Ziel kommen.
Um ehrlich zu sein: ich habe in diesen 2 Tagen das ZF hassen gelernt. Das spricht nun nicht zwangsläufig gegen das ZF - vielleicht spricht es eher gegen mich. Jedenfalls scheint mir das ZF nichts für Ungeduldige zu sein, die gerne schnell ein Ergebnis sehen möchten.

Nachdem ich das Thema "Zend Framework" für mich zunächst abgehakt hatte, blieb nur noch der Weg, etwas komplett Eigenes zu versuchen. Ich hatte schon früher einmal ein eigenes kleines PHP-Framework erstellt, warum nicht das nutzen, ein bißchen Refactoring betreiben und es weiter ausbauen?
Als ich dann damit begann stellte ich irgendwann plötzlich fest: Das sieht verdammt noch mal sehr nach OXID aus ...

Und genau da machte es "Klick" und ich fragte mich: Warum also nicht gleich OXID nehmen?!
Der OXID eShop bringt ja schon vieles mit, was ich mir für meine Projekterfassung wünschte:

  • User-Login
  • Session-Verwaltung
  • Rechte-System (Admin / normaler User)
  • und vieles mehr ...

Ganz entscheidend war natürlich die Tatsache: Mit OXID kenne ich mich aus - damit kennen sich unsere Entwickler aus! Ein Ausbau und die Anpassung einer Anwendung auf OXID-Basis sollte für uns also ein Kinderspiel sein.

OXID statt Zend Framework??

Moooment! Kann das denn angehen? Eine Anwendung, die gar nichts mit einem Shop zu tun hat, soll auf Basis einer Shop-Software programmiert werden? Schließlich wird ja seit einiger Zeit werbewirksam (und konkurrenzorientiert) diskutiert, ob man den OXID eShop nicht stärker an das Zend Framework anbinden solle. Und nun kommt der Ziethen daher und will eine Anwendung statt auf dem ZF auf dem OXID Framework aufsetzen? - Heißt das nicht den Bock zum Gärtner machen?

Wie schon oben angedeutet: Das Ganze hier soll ein Anstoss sein - zum Nachdenken, zum Ausprobieren und zur eigenen Kreativität. Ich behaupte nicht, dass man nun sinnvollerweise alle möglichen Anwendungen auf OXID aufbauen könnte - aber ich möchte aufzeigen, was dieses Framework alles kann und von Haus aus mitbringt:

  • MVC Architektur
  • vollständige Objektorientierung
  • gute Kapselung und Atomisierung der einzelnen Funktionen
  • Exception-Handling
  • Modul-Schnittstelle
  • Komponenten-Modell
  • Template-Engine
  • Datenbankabstratktionslayer
  • Benutzerverwaltung
  • Session-Handling
  • Config-Objekt
  • Mehrsprachitkeit
  • zahlreiche Utilities
  • uvm.

Wenn man genau hinschaut, dann kann man im OXID-Framework einen sehr vielfältigen Werkzeugkasten sehen, der einem eine solide Basis für eigene Anwendungen bietet. Und wie das konkret aussehen kann, das werde ich im zweiten Teil dieses Beitrages an dem schon erwähnten Beispiel einer Projekterfassungssoftware demonstrieren.
Ich werde versuchen, den zweiten Teil noch an diesem Wochenende fertigzustellen.

Morgen soll er offiziell released werden - wir setzen bereits seit Oktober 09 die gut funktionierende Beta-Version ein: Es geht um den GREYHOUND, die brandneue Wunderwaffe aus der Softwareschmiede digitalguru.

GREYHOUND Software

Der GREYHOUND tritt an, um z. B. Outlook und andere Groupware-Produkte nicht nur abzulösen sondern weit hinter sich zu lassen. Papierloses Büro, Mail-Client mit umfassenden Teamfunktionen, Textverabeitung, Faxprogramm, Dokumentenmanagement, Terminplanung, Aufgabenverwaltung, Softphone, Notzisammlung und und und .... Es ist unmöglich, die Funktionsvielfalt dieses Meisterstücks auch nur ansatzweise in einem einzigen Blogbeitrag vorzustellen. Ich kann aber jedem, der nach einer effizienten Teamsoftware sucht, nur empfehlen, sich den GREYHOUND mal eine Weile genauer anzuschauen.

Wir nutzen wie gesagt seit Oktober letzten Jahres die Betaversion und haben uns inzwischen so an den Hund gewöhnt, dass wir dieses treue Haustier nicht mehr missen möchten. Ich will mal mit ein paar Beispielen versuchen, zumindest den Hauch einer Ahnung zu vermitteln, was der Hund so zu bieten hat:

Universale Elemente
Der GREYHOUND kümmert sich um Emails, Briefe, Faxe, Notizen, Aufgaben, Termine, Telefonanrufe, Telefonnotizen, Dokumente und Kontakte. Das ist eine ganze Menge. Aber das Besondere daran: hinter den Kulissen ist jeder Eintrag - egal ob Brief, ob Fax, ob Email, Aufgabe, Termin oder sontwas - einfach nur ein "Element". Und alle diese Elemente sind vom Prinzip her gleich. Sie haben unterschiedliche Eigenschaften, aber das Grundmuster ist immer dasselbe. Der Vorteil: Alles kann in alles verwandelt werden. So kann man z. B. eine Email mit einem Mausklick als Aufgabe oder auch Termin duplizieren. Man kann auf eine Email auch per Fax oder Brief antworten. Klingt banal - ist in der Praxis aber genial.

Anmerkungen und Historien
Wenn man in leitender Funktion hin und wieder auch mal mit verärgerten Kunden zu tun hat, ist das Anmerkungsfeature von unschätzbarem Wert - vor allem in Verbindung mit der Historie. Wenn ich selbst keine Ahnung habe, was bei dem betreffenden Projekt zuletzt überhaupt Sache war, dann reicht ein Klick auf die Kundenhistorie und schon habe ich alle Vorgänge, die mit dem betroffenen Kunden zu tun haben, auf dem Schirm. Egal ob Telefonanrufe, Emails, Faxe - alles ist sofort einsehbar. Wenn nun die Mitarbeiter auch fleißig von der Kommentarfunktion Gebrauch gemacht haben, dann lese ich da z. B. zu einer Kundenmail: "Kunde wurde telefonisch darauf hingewiesen, dass die von ihm installierte Forensoftware veraltet ist und ein Sicherheitsrisiko bedeutet. Kunde hielt dieses Risiko für tragbar."
Wenn mich nun der Kunde anruft, und mir erbost mitteilt, dass sein Server gehackt wurde, dann kann ich entsprechend reagieren und ihm mitteilen, dass das bedauerlich ist, dass er aber früh genug gewarnt wurde.
Bei uns hat mittlerweile jede zweite Mail solche Anmerkungen. Sie machen bestimmte Vorgänge besser nachvollziehbar und ermöglichen es jedem Teammitglied, schnell zu erfassen, was aktuell angesagt ist - auch wenn man selbst mit dem Vorgang bisher nicht befasst war.

Benutzerdefinierte Felder
Jedem Element lassen sich beliebig viele benutzerdefinierte Felder zuweisen. So kann man z. B. dem Element "Email" ein Feld "Aufwand" zuweisen. Support-Mitarbeiter können dann dort unmittelbar eintragen, wie lange die Bearbeitung des Problems gedauert hat. Solche Felder lassen sich problemlos über Regeln auswerten und über Filter als CSV-Datei exportieren. Einem Import in eine Warenwirtschaft, ein ERP-System oder sonstige Systeme steht somit nichts im Wege.

Ich will das mal an einem kleinen Beispiel deutlicher machen:
Wer selbständig und viel unterwegs ist, der kennt das Problem, am Monatsende eine Aufstellung anlegen zu müssen, in der die "Zeiten der Abwesenheit" aufgeführt sind für Buchhaltung und Steuer. Je nach Dauer der Abwesenheit können diverse Erstattungssätze geltend gemacht werden. Da sitzt man dann, durchforstet seinen Kalender und tippert mühsam in eine Excelliste: Datum von - Uhrzeit von - Datum bis - Uhrzeit bis - Ort - Zweck der Reise, ggf. Adresse des Kunden etc. Und man muss vor allem bei jedem Termin ausrechnen, wie viele Stunden man abwesend war.
Ich habe nun im GREYHOUND folgendes gemacht: Meine Termine, die diesbezüglich relevant sind, erhalten eine spezielle Kennzeichnung. Dann habe ich einen Filter angelegt, der mir alle Termine mit dieser Kennzeichnung als Liste anzeigt. Für die Termine habe ich außerdem ein benutzerdefiniertes Feld "Dauer" angelegt. Dann habe ich noch eine Regel definiert, die aus den Feldern "Datum von" und "Datum bis" die Dauer als Float-Wert mit 2 Kommastellen ermittelt (die Uhrzeit ist bei diesen Feldern inbegriffen). Außerdem habe ich einen Export definiert, der sich auf den genannten Filter bezieht und mir die Terminliste mit Datum von, Datum bis, Ort, Zweck, Projektname und Dauer exportiert.
Am Monatsende brauche ich nun nur noch diesen Export auszuführen - und schon habe ich meine gewünschte Liste.

Faxe bearbeiten und beantworten
Ich hatte mir ein Angebot für neue Rechner für's Büro schicken lassen. Das Angebot kam als Email mit PDF-Anhang. Der Lieferant schrieb dazu: "Wenn Ihnen das Angebot zusagt, faxen Sie es mir bitte unterschrieben und gestempelt zurück." - Früher hätte das bedeutet:
1. Emailanhang öffnen.
2. PDF ausdrucken.
3. Ausdruck stempeln und unterschreiben.
4. Ausdruck auf's Fax legen und zurückschicken.

Heute sieht das so aus:
1. PDF öffnen und mittels gotomaxx PDF-Mailer and den GREYHOUND Briefeingang schicken.
2. Dokument im GH-Briefeingang öffnen und als Telefax beantworten.
3. Die Antwort bearbeiten und eingescannten Stempel und Unterschrift einfügen.
4.. Abschicken.

Der zweite beschriebene Weg benötigt einen Bruchteil der Zeit von Weg Nr. 1.

Alle Dokumente überall dabei und durchsuchbar
Seit 2 Wochen habe ich begonnen, alle möglichen Belege, Verträge uns sonstigen Schriftverkehr zu scannen und in den GREYHOUND zu schieben. Das geht super-einfach mittels des miteglieferten "Transporters". Der Transporter überwacht eines oder mehrere frei definierbare lokale Verzeichnisse und schickt alles, was er darin findet in regelmäßigen Abständen an eine frei wählbare Email-Adresse. Wenn das eine als Briefeingang definierte Adresse im GH ist, so kommen diese Dokumente dort an wie ein Fax. Der Clou dabei: alles wird sofort OCR-texterkannt und ist somit auch Volltext-durchsuchbar.
Der Steuerberater will den Leasingvertrag für den Dienstwagen sehen? Kein Problem: Eine Suche nach "Opel Leasing" bringt in Sekundenbruchteilen den Leasing-Vertrag für den Dienstwagen auf den Schirm. Nun nur noch "weiterleiten als Fax", die ersten Buchstaben des Namens des Steuerberaters eingetippt (die der GH automatisch vervollständigt) - abschicken - fertig.

Ich will's für heute mal bei diesen Beispielen belassen. Vielleicht werde ich in der nächsten Zeit immer wieder mal kleine GREYHOUND-Bonbons hier präsentieren. Ich kann nur sagen: es macht nicht nur Spaß mit dieser Software (und mit der dahinterstehenden Firma) zu arbeiten - sondern es steigert auch enorm die Effektivität und bringt Ordnung in die oftmals so chaotische Büro-Kommunikation.
Abschließend sei noch gesagt, dass der GREYHOUND eine serverbasierte Software ist. Der GH-Server kann entweder lokal im Büro laufen und dann via VPN auch von außen zugänglich gemacht werden - oder aber man entscheidet sich für ein externes Hosting. Bezahlt wird monatlich je nach gebuchter Anzahl von gleichzeitigen Nutzern. Es gibt aber auch eine Kaufvariante.
Der Server ist über eine RPC-Schnittstelle von außen ansprechbar. Somit kann jede andere Software (Warenwirtschaft, Auftragssoftware, Projektmanagement, Onlineshop ...) mit dem GH kommunizieren. Hier verbergen sich ungeahnte Möglichkeiten, die wir zur Zeit im Blick auf den Bereich Ecommerce ausloten und demnächst auch unseren Kunden zugänglich machen werden.

Ein starkes Stück haben die "digitalen gurus" da abgeliefert!

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