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Im letzten Jahr bin ich hauptsächlich im Schwerter Wald gelaufen. Gerade im Sommer ist es im Wald natürlich angenehmer und der meist weiche Waldboden federt auch die Schritte gut ab. Allerdings gibt es hier im Schwerter Wald relativ große Höhenunterschiede, was sich für mich doppelt negativ auswirkte. Zum einen gehen lang gezogene Steigungen natürlich erheblich auf die Pumpe und so war die Distanz, die ich schaffte, relativ kurz.

Wichtiger aber: wo es rauf geht, geht es irgendwo auch wieder runter. Und eben dieses Runterlaufen bekam meinem Rücken und meinem linken Knie gar nicht gut. Also versuchte ich irgendwann dann mal den Phoenixsee, der sich als Trainingsstrecke für den Halbmarathon gut anbietet, weil:

  • keine Steigungen
  • wahlweise kann auf Asche oder Asphalt gelaufen werden
  • klar messbare Distanz mit verschiedene Variationsmöglichkeiten
  • zu bestimmten Zeiten zahlreiche andere Läufer (Ansporn + Motivation!)

Ein kleiner Nachteil: ich muss 7-8 min. mit dem Auto dorthin fahren. Aber wenn es jetzt langsam wieder milder wird, werde ich das mit dem Fahrrad machen (das schiebe ich noch ein wenig vor mir her, weil der Rückweg von einer seeeeeeeehr langen Steigung geprägt ist ... ) und diese Fahrten dann in meinen Trainingsplan einbauen.

Eine Runde Phoenixsee sind ziemlich genau 3,23 km. Für die Halbmarathon-Distanz muss ich also genau 6 1/2 Runden schaffen. Das Längste, was ich dort bisher geschafft habe, waren 2 Runden am Stück. Dafür hatte ich rund 46 min. gebraucht, also ca. 23 min. pro Runde. Für das Halbmarathon-Zeitlimit darf ich pro Runde maximal 25 min. brauchen. Das passt also schon mal 😉 . Jetzt "nur noch" die Distanz verdreifachen.

Der Phoenixsee ist übrigens ein durchaus interessantes Areal. Einst stand auf dem Gelände ein traditionsreiches Stahlwerk (Hermanshütte), welches nach seiner Stilllegung im April 2001 von vielen emsigen Chinesen in seine Einzelteile zerlegt und nach China transportiert wurde. Zurück blieb eine hässliche Industriebrache - eine der vielen klaffenden Wunden im Ruhrgebiet, die schmerzhaft veranschaulichten, dass die Zeiten von Kohle und Stahl vorbei sind.

Ich weiß nicht mehr genau, wann die Idee für den Phoenixsee zum ersten Mal aufkam - ich weiß aber, dass sie zunächst von vielen Menschen in Dortmund nur belächelt wurde. Der Standort - Dortmund-Hörde - ist (war?) ein traditionelles Arbeiterviertel mit einer Menge heruntergekommener Altbauten - vor allem rund um das ehemalige Stahlwerk. Es war kaum vorstellbar, dass dort ein Naherholungsgebiet mit edelstem Bauland entstehen sollte.

Aber: es fanden sich tatsächlich Investoren und auch Fördermittel wurden aufgetan - und im September 2006 begannen die Aushubarbeiten. Über

einige Jahre hinweg wurden insgesamt 2.500.000 m³ - z. T. wohl auch belasteter - Boden ausgehoben und abtransportiert. Und am 01. Oktober 2011 begann man dann tatsächlich mit der Flutung.

Inzwischen ist der See vollständig gefüllt und auch die Grünflächen ringsum sind weitgehend fertiggestellt. Seit einigen Wochen hat nun die Bebauungvon Teilen des Ufers und der sog. "Seeterassen" begonnen. Seit 2009 wurden diese Grundstücke bereits für stolze Preise verkauft. So wird nun der Platz, wo einst Stahlarbeiter im Schweiße ihres Angesichts tagtäglich ihren Lebensunterhalt verdienten, in Kürze zu einer der edelsten Wohn- und Büroflächen in Dortmund und Umgebung.

Ich habe vor, für den gesamten März 2 x pro Woche den Phoenixsee zunächst 2 x zu umrunden und Ende März vielleicht dann eine dritte Runde in Angriff zu nehmen. Gestern morgen habe ich nur 1 Runde laufend geschafft - die zweite dann stramm gegangen. Davor lag aber auch schon wieder eine längere Pause - und eben das ist mein erstes Ziel: keine solchen Pausen mehr, mindestens 2 x die Woche laufen - was ich so ab April/Mai dann auf 3 x pro Woche erweitern möchte.

Heute morgen habe ich auch mit einem ersten kleinen Krafttraining begonnen. Das werde ich jetzt an allen Tagen machen, an denen ich nicht laufen gehe.