Is doch nur für Spass …
19. Februar 2008 von Herr Urbanowsky |
“Habb’ich! Habb’ich! Is meiner!” – so ging dat die Tage in eine Tour, als wir ma widda mit unsere Hobby-Truppe Volleyball gespielt ham. Die Gerda hatte ihr’n Mann mitgeschleift … – angeblich früher ma’n “begnadeten” Volleyballist.
War natürlich auch top ausgerüstet der Kerl. Stirnband, Schweißband, Knieschützer ausse Weltraumforschung und all so’n Gedönse. – Hömma, als ich den geseh’n hab, ging bei mich gleich dat rote Lämpken an. Ach wat sach ich – rotet Lämpken: ne ganze Leuchtreklame blinkte da wie wild vor mein geistiget Auge. Dat konntes’e kilomenterweit riechen, dat der Volleyball höchstens aussem Fernsehn kannte.
Abba egal, dacht’ ich. Lass’en ma machen. – Beknackterweise durft’ich dann mit den in eine Mannschaft spielen. Und dann ging dat los … “Habb’ich!” – Bei jeden zweiten Ball brüllte der rum und peste über dat Spielfeld, als wenn sein Leben davon abhängen würde, dat er – und NUR ER – den Ball zurück auffe andere Seite befördert. Tatsächlich gehabbt hatta natürlich so gut wie gar nix. Abba alle anderen total kirre machen!
Nachdem der mir dann dat dritte Mal auffe Mauken gelatscht is und mich zwei Mal fast umgerannt hatte, is mir der Kragen geplatzt. Ich sach: “Hömma Meister, is ja nich schlimm, wenn du ers noch’n bisken Zeit brauchs, um dich mitt’n Ball und mitte Halle und so anzufreunden … Abba wennze schrei’s ‘habb ich’, ja, dann musse’n auch ham – ansonten halt dich geschlossen, weil du dir nämlich sonz hier keine Freunde machs!” – Kann sein, dat ich dat’n bisken heftig rausgelassen hatte. Auf jeden Fall kam sofort dat Gerda angeschossen: Wat mir denn einfiele, ihr’n Alten so anzumachen – dat könnte doch jedem ma passier’n … – und schließlich wär’n wa ja nich inne Bundesliga – dat wär doch allet nur für Spass …
“Jau!”, sach ich – “da hasse recht: dat is für Spass hier! Wat dein Schaufenster-Athlet hier abzieht, dat macht mir abba keinen Spass!” – Au Junge, da war wat los … ich sach dir. Alle hackten’se auf mich rum. Wieso ich denn auf ei’ma so aggressiiiiv wär … – und wat mir denn für’ne Laus übber die Leber gelaufen wär. “Nich übber’de Leber”, sach ich, “übber’de Zeh’n – und zwar mehrfach!”
Kannze dir ja vorstell’n, dat ich für den Abend auss’em Spiel war … – hatte angeblich keiner Verständnis dafür, wie ich mich aufgespielt hätte … – nu ja, habb’ich halt vom Bistro aus durch’e Scheibe zugeguckt und mir scho’mma’n paar Bierchen gegönnt.
Komischerweise hat dat Spiel an dem Abend deutlich kürzer gedauert als sonst. Vermutlich, weil’et allen SOOOO’N Spass gemacht hat …
Spass hat ebent auch seine Grenzen. Und wenn einer dat Maul aufreißt und meint mir auffe Füße steigen zu müssen, ohne auch nur sooo’n bisken Ahnung vonne Materie zu ham – da hört für mich der Spass auf!
In diesem Sinne
Ihr Herr Urbanowsky
(der hier nur für Spass zu schreiben versucht … – und zumindest keinem auffe Füsse steigt)



